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Caesar, Gaius Julius: De Bello Gallico VI 11-20 :

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Ebenso fällt auf, daß Caesar eigene Fehler gut zu verbergen oder als unumgänglich darzustellen weiß. Als Beispiel hierzu soll die Schlacht gegen die Belger in BG II dienen. Diese Schlacht nimmt anfangs einen für die Römer katastrophalen Verlauf, die sonst so hervorragend ausgebildeten Soldaten vergessen alle militärischen Regeln und sind somit in ihrer Kampfkraft eingeschränkt. Caesar jedoch stellt dies alles anders dar: Die loci natura und necessitas temporishätten die Soldaten dazu veranlaßt, ihre militaris ratio atque ordo außer Acht zu lassen. Er stellt es also nicht als einen Fehler der Soldaten dar, sondern als eine Notwendigkeit. Hier tritt besonders deutlich ein Mittel auf, daß die gesamten commentarii kennzeichnet: Caesar kann die Fehler zwar nicht verschweigen, dies würde den Bericht unglaubwürdig klingen lassen, jedoch beschönt er sie und führt sie nicht im Zusammenhang mit seinem Namen an. Sein Name taucht erst wieder auf, als die Lage wieder von den Römern kontrolliert wird, nun heißt es: cuius (i. e. Caesaris) adventu spe illata militibus ac redingredato animo. Somit versteht es Caesar, seinem Namen mit der positiven Wendung, nicht aber mit dem negativen Beginn in Zusammenhang zu bringen.
Weniger Beachtung muß man wohl der jeweiligen Rechtfertigung für die Kriege schenken, da es in der Außenpolitik des Römischen Reiches selbstverständlich war, Kriege auch ohne einen in der heutigen Zeit verständlichen Grund anzufangen. Als Beispiel hierzu sei der Beginn des Krieges gegen die Germanen genannt, wie er ihn BG IV beschrieben wird. Der von Caesar genannte Grund, die Gallier seien teilweise schon zu den Germanen übergelaufen, ist weder zu beweisen noch zu widerlegen, jedoch verwundert es, daß Caesar keine Namen der Stämme oder gar Zahlen nennt und den übrigen Galliern diesen Grund verschweigt. Die Informationen zu diesen angeblichen Überläufern sind spärlich, obwohl es doch in Caesars Interesse liegen sollte, den Kriegsbeginn deutlich zu rechtfertigen. Doch hier sehen wir nur allzu deutlich einen Grundsatz römischer Außenpolitik: Die Gründe für einen Krieg mußten nicht immer klar dargelegt werden, da es zum römischen Selbstverständnis gehörte, daß jeder Krieg gegen Barbaren von vornherein iustum sei. Schulte-Horney meint dazu: “Wichtiger aber ist noch der Einwand, daß sich Caesar mit seiner Eroberung Galliens von vornherein in voller Übereinstimmung mit der offiziellen römischen ‘imperialistischen’ Außenpolitik befand.” Zeitler schreibt: “Nach Scipios bzw. Ciceros Auffassung muß es ein Segen für die fremden Völker sein, aus den Sklavenfesseln eigener Grausamkeit unter die Knute römischer Zivilisation zu gelangen.” Eine derartige Außenpolitik war für ein Reich, das in einem solchen Maße expandierte, notwendig, da neu gewonnene Gebiete an den Grenzen abgesichert werden mußten. Ein weiteres Vordringen war somit die Garantie für ein Bestehen und einen Ausbau der Kolonie. Aus diesem Grund mag es in der heutigen Zeit der UNO und der zumeist gleichberechtigten Stellung der Staaten scheinheilig erscheinen, wie Caesar seine Kriege begründet, für die römische Außenpolitik war ein solches Vorgehen jedoch selbstverständlich.
Es bleibt also festzustellen, daß Caesar in seinen commentarii versucht, einen akzeptablen Mittelweg zwischen geschichtlicher Schilderung und Propaganda in eigener Sache zu finden und dies auch meisterlich schafft. “Er hatte es nicht nötig, sich selbst von seiner eigenen Größe zu überzeugen. Er war nur bestrebt, es anderen unmöglich zu machen, diese Größe zu leugnen, zu unterschätzen oder unbelohnt zu lassen.” Wie er dieses schafft, drückt Adcock etwas Beschönigend aus: “In der Rechtfertigung seiner Taten vor sich selber und vor anderen mag er sich gewiß den ‘Vorteil eines Zweifels’ eingeräumt haben, und er war nicht gewissenhaft bis zum eigenen Nachteil”. Etwas neutraler, aber nicht minder prägnant, drückt Richter es aus: “Das Problem der sachlichen Redlichkeit betrifft nicht so sehr den Schriftsteller Caesar (...) als vielmehr den ‘Historiker’ Caesar, der sich (...) in dem Dilemma jedes Politikers befand, sein eigenes Handeln in einer seinen Absichten nicht diametral zuwiderlaufenden Weise zu erläutern, ohne sich in handgreifliche Widersprüche zu verwickeln.”. So zeigt sich, daß Caesar zweifellos nicht ein neutrales Geschichtswerk schreiben wollte, und gewiß auch nicht geschrieben hat, sondern eine Schilderung der Geschehnisse mit dem ständigen Blick auf sein Bild in der Öffentlichkeit.
  
Julius Caesar Hwv 17. Klavierauszug
von Haendel Georg Friedrich
Siehe auch:
Lebendige Vergangenheit - Julius Patzak in legendären Aufnahmen aus den Jahren 1929-1939 (zum 100. Geburtstag)
von Julius Patzak, Verdi (Komponist), Mozart, Wagner, et al. (in Musik)
Julius Zöllner 1550090400 - Wiegenmatratze (eckig) Dr. Lübbe Air Plus, 90 x 40 cm
von Julius Zöllner (in Baby)
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